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Mittwoch, 29. März 2017

Moment der Woche

Eine interessante Bewegung

Seit einigen Wochen finden in ganz Deutschland Demonstrationen für Europa statt. Sie sind Reaktionen auf den Brexit von Großbritannien und die Äußerungen mancher europäischer Politiker, bei entsprechender Mehrheit aus der EU austreten zu wollen. Für die Europa-Befürworter ist diese Gefahr zwar in den Niederlanden vorerst gebannt, aber in Frankreich könnte sich diese Gefahr mit der Wahl der rechten Präsidentschaftsbewerberin Le Pen realisieren. Deshalb gehen nun in Deutschland Menschen auf die Straße. Und nach meiner Einschätzung zu Recht:

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Equal Pay Day

Immer noch viel zu großer Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern im Land

Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr zwar geringfügig gesunken, noch immer verdienen Frauen im Schnitt jedoch 20 Prozent weniger als Männer, wie das statistische Landesamt mitteilt. Im Bundesdurchschnitt beträgt der Gehaltsunterschied 21 Prozent.

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Natur sich selbst überlassen

Kernzonen im Biosphärenreservat auf drei Prozent erweitert

Drei Prozent der Fläche des Pfälzerwalds soll künftig sich selbst überlassen bleiben und so einen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellen. Bislang sind 16 Kernzonen ausgewiesen, die 2,1 Prozent ausmachen; neu hinzu kommen 13 Flächen. Die Kernzonenerweiterung sei im Dialog mit den Partnern erarbeitet worden, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken in Johanniskreuz bei der Vorstellung des Konzepts. Sie lobte die Moderationsrolle des Bezirksverbands Pfalz, der als Regionalverband „ein Ohr für die Anliegen der Menschen vor Ort“ habe.

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Freie Bahn für Wildtiere

Hunderttausende Rehe, Hirsche, Füchse und viele andere Tiere sterben jedes Jahr auf unseren Straßen. Wildunfälle stellen zudem für Autofahrer ein erhebliches Risiko dar. Zum anderen gefährden die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen die biologische Vielfalt in Deutschland.

ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland begrüßen deshalb das heute vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Berlin vorgestellte „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ als eine dringend notwendige Grundlage.

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Eine interessante Bewegung

Seit einigen Wochen finden in ganz Deutschland Demonstrationen für Europa statt. Sie sind Reaktionen auf den Brexit von Großbritannien und die Äußerungen mancher europäischer Politiker, bei entsprechender Mehrheit aus der EU austreten zu wollen. Für die Europa-Befürworter ist diese Gefahr zwar in den Niederlanden vorerst gebannt, aber in Frankreich könnte sich diese Gefahr mit der Wahl der rechten Präsidentschaftsbewerberin Le Pen realisieren. Deshalb gehen nun in Deutschland Menschen auf die Straße. Und nach meiner Einschätzung zu Recht:

Nationalstaaten in dem uns bekannten Sinne gab es schließlich nicht immer. Karl der Große, gekrönt 800, war sozusagen der erste europäische Kaiser. Das darauf folgende Heilige Römische Reich deutscher Nationen war in Mittel- und Osteuropa ein Sammelsurium von vielen Völkern. Deshalb sind die Nationalstaaten nicht von Gott gegeben, sondern die europäische Union ist eine gute Alternative. Natürlich darf Europa nicht zum bürokratischen Monster werden, der Gedanke eines vereinten Europas ist jedoch faszinierend. Eine einheitliche Währung, keine Grenzen, das ist schon erreicht worden, die Anpassung der Lebensverhältnisse muss noch stattfinden. Die EU hat geholfen, dass in den letzten 70 Jahren in diesem Gebiet kein Krieg mehr stattgefunden hat. Europa darf kein Zentralstaat werden, also ein Staat, von dem aus alle Macht aus der Zentrale ausgeht, sondern Europa sollte eine Vereinigung der Regionen sein. Nur wenn die Menschen das Gefühl haben, auch Einfluss darauf haben zu können, werden sie sich engagieren und damit identifizieren. Und hierfür sind die historisch gewachsenen Regionen im europäischen Verbund zu stärken, das ist doch eine nachdenkenswerte Vision!

von Wolfgang Feth

Natur sich selbst überlassen

Kernzonen im Biosphärenreservat auf drei Prozent erweitert

Drei Prozent der Fläche des Pfälzerwalds soll künftig sich selbst überlassen bleiben und so einen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellen. Bislang sind 16 Kernzonen ausgewiesen, die 2,1 Prozent ausmachen; neu hinzu kommen 13 Flächen.

Vorstellung des Konzepts der Kernzonenerweiterung (von links): Umweltministerin Ulrike Höfken, Dr. Christiane Paulus, Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees, und Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder

Die Kernzonenerweiterung sei im Dialog mit den Partnern erarbeitet worden, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken in Johanniskreuz bei der Vorstellung des Konzepts. Sie lobte die Moderationsrolle des Bezirksverbands Pfalz, der als Regionalverband „ein Ohr für die Anliegen der Menschen vor Ort“ habe. Mit ihm zusammen sei es gelungen, „gemeinsam mit Umweltverbänden, dem Pfälzerwald-Verein sowie Kommunen eine von allen akzeptierte Erweiterungskulisse zu erarbeiten“. „Das letztendlich in großem Konsens gefundene Ergebnis mit der Berücksichtigung vieler Beteiligter zeigt, dass die Entscheidungsträger der Region die Chancen, die ein Biosphärenreservat gibt, erkannt haben und zum Wohl der Menschen entwickeln wollen“, resümierte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder. Und er bekannte, dass es bei der Übernahme der Trägerschaft des Pfälzerwalds 2014 eine Grundsatzentscheidung gab: „Wir wollen UNESCO-Biosphärenreservat bleiben und das auch leben.“ 1.493 Hektar umfasst die Ausweitung der naturbelassenen Fläche auf insgesamt 5.355 Hektar; zwölf der 13 Teilflächen liegen im Staatswald – die Stadt Kaiserslautern stellt eine Fläche von 8,5 Hektar aus ihrem kommunalen Wald zur Verfügung.

„Die Erweiterung der Kernzone trägt dazu bei, die durch Landschaftszerschneidung beeinflussten Lebensräume der Tier- und Pflanzenarten wieder zu verbinden und Natur Natur sein zu lassen“, erläuterte Höfken. Mit der Kernzone würden Tierarten wie Fledermaus, Specht oder bestimmte Käfer gefördert, die auf Totholz angewiesen sind. „Auch die Luchse und Wildkatzen werden von dem beruhigten Waldgebiet profitieren“, so Höfken. Dr. Christiane Paulus, Vorsitzende des deutschen MAB-Nationalkomitees (Mensch und Biosphäre) bezeichnete die Kernzonenerweiterung als „positiven Schritt“, das Konzept sei gut durchdacht. Es sehe vor, sechs neue Gebiete auszuweisen und sieben bestehende zu erweitern beziehungsweise miteinander zu verbinden. Nun könnten noch andere Aufgaben des Biosphärenreservats, wie die enge Zusammenarbeit mit den französischen Partnern in den Nordvogesen und die Bildung für nachhaltige Entwicklung, mit Elan angegangen werden. „So kann diese UNESCO-Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften richtig erlebbar werden“, stellte Paulus fest.

Kernzone Erlenbachtal: Triftsystem mit Klause zum Aufstauen des Wassers

Sodann besichtigte die Gruppe die neu geplante, knapp 274 Hektar große Kernzone „Erlenbachtal“ mit einem der schönsten erhaltenen Triftsysteme im Pfälzerwald. Dieses Gebiet stellt einen Trittstein im Biotopverbund dar und ist durch Blockschutthalden aus der Eiszeit, vielen Hangquellen und einigen fast 300-jährigen Buchen geprägt. Der Talboden des Erlenbachtals, der früher zur Trift genutzt wurde, soll aus der Kernzone ausgrenzt bleiben und Pflegezone werden, um die dort stehenden Fichten zu fällen und offene Flächen zu erhalten. (ps)

Equal Pay Day

Immer noch viel zu großer Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern im Land

Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr zwar geringfügig gesunken, noch immer verdienen Frauen im Schnitt jedoch 20 Prozent weniger als Männer, wie das statistische Landesamt mitteilt. Im Bundesdurchschnitt beträgt der Gehaltsunterschied 21 Prozent.

„Angesichts des weiterhin viel zu großen Gehaltsunterschiedes zwischen Frauen und Männern, gibt es keinen Anlass, die Hände in den Schoß zu legen. Es darf nicht sein, dass heutzutage immer noch das Geschlecht mitentscheidet, ob jemand am Monatsende mehr oder weniger Geld in der Tasche hat“, so Dietmar Muscheid, Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, anlässlich des Equal Pay Day am 18. März.

Die Ursachen für die sogenannte Gender Pay Gap, also den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern, sind vielfältig. „Auch heute noch gibt es in manchen Unternehmen Lohndiskriminierung und Frauen werden für die gleiche Tätigkeit schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Darüber hinaus werden Frauen oft schlechtere Karrierechancen eingeräumt, weil sie sich deutlich häufiger Auszeiten für Kindererziehung oder Pflege nehmen müssen. Hier ist die Familienpolitik gefragt“, so Muscheid und weiter: „Kinder und Karriere dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen.“

Auch die Branche entscheidet mit, wie viel jemand verdient. In vielen typischen Frauenberufen – wie beispielsweise dem Einzelhandel, der Erziehung oder dem Frisörhandwerk – wird deutlich weniger bezahlt, als z. B. in den meisten technischen Berufen, die immer noch als Männerberufe wahrgenommen werden. Dietmar Muscheid:

„Zur Mädchen- und Frauenförderung gehört unbedingt dazu, dass wir diese Trennung in Frauen- und Männerberufe endlich aufbrechen. Junge Mädchen müssen schon früh ermutigt und gefördert werden und man muss ihnen sagen, dass Mädchen genauso gute Techniker oder Ingenieure werden können, wie Jungen.“ (ps)

Freie Bahn für Wildtiere

Foto (c) Stock Getty Image

Hunderttausende Rehe, Hirsche, Füchse und viele andere Tiere sterben jedes Jahr auf unseren Straßen. Wildunfälle stellen zudem für Autofahrer ein erhebliches Risiko dar. Zum anderen gefährden die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen die biologische Vielfalt in Deutschland.

ADAC, Deutscher Jagdverband, Naturschutzbund (NABU) und der WWF Deutschland begrüßen deshalb das heute vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Berlin vorgestellte „Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ als eine dringend notwendige Grundlage. Gleichzeitig kritisieren sie die schleppende Umsetzung des 2012 beschlossenen Bundesprogramms Wiedervernetzung sowie eines bundesweiten Biotopverbunds. Grund dafür ist neben der unzureichenden Finanzierung auch der bestehende Mangel von bundesweiten Planungsgrundlagen und Umsetzungsstrategien.

In einem gemeinsamen Papier fordern die Verbände daher Bund und Länder auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung von Wiedervernetzung und Biotopverbund deutlich zu verstärken. Ziel müsse es sein, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren – auch zum Schutz des Menschen – um jährlich fünf Prozent zu verringern. Hierfür brauche es geeignete Maßnahmen wie Querungshilfen, Wildwarnanlagen oder Zäunung.